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Feste und Brauchtum

Funkenfeuer

Funkenfeuer

Das Funkenfeuer, ursprünglich einmal ein heidnischer Kult zur Vertreibung des unliebsamen, strengen und eiskalten Winters, hat sich im Allgäuer Raum bis zum heutigen Tag als traditionelles Brauchtum erhalten. Kaum ist die "Fasnacht" vorbei, so beginnen die Vorbereitungen für den Funkensonntag, den ersten Sonntag in der Fastenzeit.

Maibaumaufstellen

Immer am 01. Mai jeden Jahres wird traditionell in verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde Oy-Mittelberg ein Maibaum aufgestellt bzw. von Hand aufgerichtet. Der Maibaum des Jahres 2005 wurde diesmal in Oy am Kurhaus prämiert.

Maibaumaufstellen

Dieser 30 Meter hohe Maibaum wurde als der schönste Maibaum im Allgäu mit einer Urkunde ausgezeichnet. Die Schilder des genannten Maibaumes wurden vom damaligen sehr bekannten Krippenschnitzer Walter Odenwald angefertigt und von Hand bemalt. Bei Gemütlichkeit, heimischen Schmankerl und schöner Allgäuer Blechmusik wird dieser Festtag dann abgerundet.

Viehscheid

Im Frühsommer beginnt für das Allgäuer Jungvieh und teilweise auch Milchvieh der Bergsommer. Sie ziehen mit ihren Hirten für etwa einhundert Tage in die Hochlagen der Allgäuer Berge. Kraftvolles Futter, frische Luft erwarten sie, eben vierbeinige Sommerfrische - aber nicht nur. Denn die Allgäuer Alpwirtschaft sichert und pflegt gleichzeitig eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Natur- und Landschaftspflege auf vier Beinen. Und Ruhe und Gelassenheit für jeden, der auf einer Wanderung oder Bergtourbekanntschaft mit dem "Wappentier des Allgäus" macht.

Viescheid

Die Hirtenarbeit hingegen, mutet nur auf den ersten Blick romantisch an. Neben der Sorge und Pflege der Tiere werden vielfach Butter und Käse in mühevoller Handarbeit hergestellt. Die Arbeitstage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sind lang und hart. Und mit dem Anspruch verbunden, alle anvertrauten Tiere im Herbst gesund und kräftig an ihre Eigentümer zurückzugeben. Dazu ziehen Hirte und Herde rechtzeitig bevor der erste Schnee in die Hochlagen einzieht, in der zweiten Septemberhälfte wieder hinab ins Tal. Es versteht sich fast von selbst, dass die mit Glocken- und Schellenklang Ankommenden dort gebührend gefeiert werden - beim Viehscheid!

Ist der Bergsommer gut und unfallfrei verlaufen, putzen die Hirten schon im Morgengrauen ihre Herden heraus. Das Leittier, mit einem aufwändigen Kopfschmuck aus Zweigen und Bergblumen geschmückt, führt die Herde als Kranzrind an. Mit Schellen- und Glockengeläut kündigen sie schon von weitem ihre ungestüme Ankunft an. Im Tal, am Scheidplatz angekommen, werden die einzelnen Tiere von der Herde geschieden und ihren Besitzern übergeben. Anschließend bleibt genügend Zeit, um bei Blasmusik und einer Maß Bier auf die Gegebenheiten des Bergsommers anzustoßen. Über die Jahrzehnte haben sich die Allgäuer Viehscheide zu festen Veranstaltungshöhepunkten entwickelt. Im Verlauf von zwei Wochen feiert jeder Ort seinen Alpabtrieb. Mit unterschiedlich großen Herden, meist mit Festzelt und Heimatabend. Je nachdem mit einem Krämer- oder Viehmarkt. Und immer im besten "Gwand", der Lederhose und den bestickten Edelweißhosenträgern - aus Tradition.

Unser Viehscheid in der Gemeinde Oy-Mittelberg wird im Ortsteil Haslach gefeiert.

  
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